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Friedhofsknigge

Wie verhalte ich mich auf einem Friedhof?

Ein Friedhof ist ein Ort der Ruhe und des Gedenkens, an dem den Verstorbenen Respekt gezollt wird. Als Besucher eines Friedhofs sollte man sich daher stets angemessen und respektvoll verhalten. Die nachfolgenden Punkte können Ihnen dabei helfen, diesem besonderen Ort gerecht zu werden.

Friedhofsknigge

1. Respekt und Ruhe

Beim Betreten eines Friedhofs ist es ratsam, eine ruhige und respektvolle Haltung einzunehmen. Dies bedeutet, dass lautes Sprechen, übermäßiges Lachen oder jegliche Form von Störung vermieden werden sollten. 

Ein Friedhof ist ein Ort der Besinnung und der Trauer, und jeder Besucher sollte darauf achten, die Gefühle und den Raum anderer Besucher zu respektieren.

Gleichzeitig gehört ein Friedhof aber auch zum Zyklus des Lebens, in dem auch Kinder eine große Rolle spielen.

2. Kinder

Kinder dürfen und sollen auf einem Friedhof ebenfalls einen Raum finden, sich auch ausleben dürfen. Damit der Tod für sie ihren Schrecken verliert und zum alltäglichen Leben gehört. Wir müssen mit Kindern darüber sprechen, sie werden sich aber vermutlich nicht wie Erwachsene verhalten. Sie trauern schlicht anders, kürzer und gehen dann wieder ihrem Kindsein nach und nutzen vielleicht auch den Friedhof als einen Ort des Spiels.

3. Angemessene Kleidung

Ein Friedhof ist ein Ort der Trauer und des Gedenken. Kleidung sollte deshalb Respekt und Anstand ausdrücken. Die Wahl der Kleidung sollte den formellen Charakter des Ortes widerspiegeln. 

Angemessene, gedeckte und unauffällige Kleidung kann eine Empfehlung sein. Außerdem sollte sie an das Wetter angepasst sein. Kleidung, die zu auffällig oder zu freizügig ist sollte vermieden werden, um nicht von der Würde des Ortes abzulenken. 

Gleichzeitig ist es aber so, dass sich Verstorbene häufig auch farbenfrohe Kleidung wünschen und sich dagegen aussprechen, in Trauerkleidung zu erscheinen. Auch dieser Wunsch sollte Raum finden und respektiert werden. 

Um es Ihnen einfacher zu machen, wenn Sie längere Strecken laufen oder lange stehen müssen, sollten Sie bequeme Schuhe tragen.

4. Nutzung von Mobiltelefonen

Handy-Nutzung auf Friedhöfen gilt als pietätlos. Es ist schließlich ein Ort des Gedenkens an und von Menschen, die nicht mehr per Handy zu erreichen sind. 

Deshalb sollten Mobiltelefone beim Betreten des Friedhofs ausgeschaltet oder zumindest auf lautlos gestellt werden. Telefonate oder das Abspielen von Musik oder Videos sind nicht angemessen und stören die Stille und den Frieden des Ortes.

Ein japanisches Bestattungsunternehmen wollte das Handy nicht von Friedhöfen verbannen. Sie haben Grabsteine mit QR-Codes ausgestattet. Scannt man diese ab, landet man auf einem Online-Speicherplatz, auf dem Bilder, Erinnerungstexte oder auch Videos abgelegt werden können. Das soll den Friedhofsbesuch nicht ersetzen, sondern zeitgemäß ergänzen.

Auch auf deutschen Friedhöfen finden sich immer häufiger solche QR-Codes.

5. Fotografieren

Das Fotografieren auf Friedhöfen ist ein sensibles Thema und unterliegt je nach Friedhofsordnung der jeweiligen Gemeinde oder Stadt unterschiedlichen Regelungen.
Wenn das Fotografieren erlaubt ist, sollte es in jedem Fall mit größtmöglichem Respekt und mit Diskretion durchgeführt werden. Auf den Verstorbenen, seine Familie und seine Zugehörigen sollte Rücksicht genommen werden.

6. Umgang mit Abfall

Besucher sollten darauf achten, keinen Müll zu hinterlassen. Abfälle wie Blumenverpackungen, Kerzenreste oder sonstige Gegenstände sollten in den dafür vorgesehenen Müllbehältern entsorgt werden. Ein sauberer und gepflegter Friedhof zeugt von Respekt gegenüber den Verstorbenen und ihren Angehörigen.

7. Verhalten gegenüber Grabstätten

Der respektvolle Umgang mit den Grabstätten ist von größter Bedeutung. Besucher sollten darauf achten, keine Gräber zu betreten oder Blumen oder sonstige Dekoration zu beschädigen. Blumen, Kerzen und andere Gedenkgegenstände auf den Gräbern sind persönliches Eigentum der Angehörigen und sollten nicht berührt oder verändert werden.

Das Aufstellen von Kerzen und das Ablegen von Blumen sind gängige und respektvolle Gesten des Gedenkens. Besucher sollten jedoch darauf achten, nur zugelassene Grablichter zu verwenden und diese sicher zu platzieren, um Brände zu vermeiden. Frische Blumen sind stets bevorzugt, und künstliche Dekorationen sollten sparsam und nach den Vorschriften des Friedhofs verwendet werden.

Gerade auf anonymen Grabfeldern ist es oft nicht gestattet, Blumen oder andere Gegenstände des Gedenkens zu platzieren. Dafür gibt es vorgesehene Orte. Ähnlich verhält es sich auf einem Bestattungswald. Auch Blumenschmuck darf dort häufig nicht abgelegt werden.

8. Hunde auf dem Friedhof

Ob Hunde auf Friedhöfe dürfen, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt und hängt von den Bestimmungen der jeweiligen Friedhofsordnung ab, die von der Gemeinde oder Stadtverwaltung festgelegt wird. Auf vielen Friedhöfen sind Hunde jedoch nicht erlaubt. Sollte der Zutritt mit Hunden gestattet sein, müssen diese stets an der Leine geführt werden. Die Hunde dürfen die Grabstätten nicht betreten oder verunreinigen. Hundehalter sind zudem verpflichtet, eventuelle Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu beseitigen.

Ausgenommen sind natürlich Blindenhunde. Schließlich unterstützen sie ihren Besitzer im alltäglichen Leben.

9. Einhaltung der Wege

Besucher sollten auf den angelegten Wegen bleiben und keine Rasenflächen oder Beete betreten, die nicht als Gehwege gedacht sind. Dies schützt die Grabstätten und die Pflanzen und trägt zur Ordnung und Sauberkeit des Friedhofs bei.

10. Berücksichtigung von Friedhofsordnungen

Viele Friedhöfe haben spezifische Regeln und Vorschriften, die am Eingang ausgehängt sind. Es ist wichtig, diese Regelungen zu lesen und zu befolgen. Die Friedhofsordnung dient dazu, einen würdigen und respektvollen Umgang mit dem Ort und den Verstorbenen zu gewährleisten.

11. Verhalten bei Trauerfeiern

Wenn während des Besuchs eine Trauerfeier stattfindet, sollten Besucher respektvollen Abstand halten und Störungen vermeiden. Es ist angemessen, kurz innezuhalten, den Hut abzunehmen und still zu gedenken, bis die Zeremonie vorüber ist.

12. Friedhof als Ort der Besinnung

Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Besinnung und des Gedenkens. Besucher können diesen Ort nutzen, um in Stille zu verweilen, nachzudenken und den Verstorbenen zu gedenken. Es ist wichtig, die ruhige Atmosphäre zu bewahren und andere Besucher nicht zu stören.

13. Sensibilität für kulturelle und religiöse Unterschiede

Auf Friedhöfen finden sich oft Gräber von Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Hintergründe. Es ist wichtig, diese Unterschiede zu respektieren und sich sensibel gegenüber den verschiedenen Bräuchen und Traditionen zu verhalten. Jede Grabstätte verdient denselben Respekt, unabhängig von den persönlichen Überzeugungen des Besuchers.

 

Besucher sollten auf einem Friedhof diese Verhaltensregeln befolgen. Damit tragen sie dazu bei, die Würde und den Frieden des Friedhofs zu bewahren. Ein respektvolles Verhalten zeigt nicht nur Achtung gegenüber den Verstorbenen und ihren Angehörigen, sondern hilft auch dabei, dass der Friedhof ein Ort des stillen Gedenkens und der Besinnung bleibt. 

Wenn alle diesem Ort diese Form des Respekts erweisen, ist das ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Miteinanders und der gesellschaftlichen Verantwortung.