Hygienische Totenversorgung – So läuft die Versorgung eines Toten ab

Hygienische Totenversorgung – So läuft die Versorgung eines Toten ab

Wenn jemand stirbt, muss zunächst ein Arzt informiert werden. Dieser nimmt die erste Leichenschau vor und stellt den Totenschein aus. Anschließend wird der Verstorbene von einem Bestatter abgeholt (innerhalb 36 Stunden nach dem Todeseintritt), um im Bestattungsinstitut umsorgt und mit einer hygienischen Totenversorgung auf die Bestattung vorbereitet zu werden. 

In diesem Beitrag erfahren Sie, was genau bei einer hygienischen Totenversorgung passiert und wie die Versorgung eines Toten abläuft.



Der Verstorbene wird in einen ästhetischen und würdigen Zustand gebracht

Die hygienische Totenversorgung, bzw. hygienische Grundversorgung, zählt zu den Hauptaufgaben eines Bestattungsinstituts. Bei der hygienischen Grundversorgung wird der/die Verstorbene nicht nur in einen hygienisch einwandfreien, sondern auch ästhetischen und würdigen Zustand gebracht. 

Die ästhetische Versorgung spielt vor allem dann eine Rolle, wenn der Verstorbene aufbewahrt werden soll, damit die Hinterbliebenen am offenen Sarg Abschied nehmen können. Die Abschiednahme am offenen Sarg kann für den Trauerprozess sehr hilfreich sein.



Hygienische Totenversorgung
Die hygienische Totenversorgung spielt für die offene Aufbewahrung eine wichtige Rolle


Was passiert bei der Totenversorgung?

Zu einer Totenversorgung zählen das Entkleiden, Waschen, Frisieren, Schminken und Anlegen der Totenkleidung des Verstorbenen (gemäß DIN EN 15017). Die hygienische Totenversorgung wird in einem speziell dafür hergerichteten Raum im Bestattungsinstitut durchgeführt.



Die Schritte der hygienischen Totenversorgung: 

  • Verbände, Pflaster, Urinbeutel und sonstliche medizinischen Utensilien werden entfernt. 
  • Der/die Verstorbene wird desinfiziert. Hierbei werden die Haut und sämtliche Körperöffnungen mit Desinfektionsmittel eingesprüht. 
  • Anschließend wird der Körper gewaschen. Eingetrocknetes Blut und austretende Körperflüssigkeiten werden beim Waschen beseitigt. 
  • Sollte der Verstorbene Wunden haben, werden diese vernäht. 
  • Die Fingernägel werden gereinigt und geschnitten, gegebenenfalls wird das Gesicht rasiert. 
  • Die Haare werden gewaschen und geföhnt.
  • Danach wird der Körper mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme eingecremt und massiert, um einer Austrocknung der Haut vorzubeugen und die Leichenstarre zu lösen.
  • Körperöffnungen wie Rachen, Nasenlöcher und Anus werden mit Watte oder einem Pulver verschlossen. So können keine Körperflüssigkeiten austreten. 
  • Des Weiteren werden Mund und Augen geschlossen. 
  • Nun ist der Verstorbene bereit, eingekleidet, frisiert, kosmetisch behandelt und in den Sarg eingebettet zu werden.

Sie haben als Angehörige bei Schütz Bestattungen die Möglichkeit, das Ritual der Totenversorgung selbst zu vollziehen. So können Sie dem Verstorbenen noch einmal ganz nah sein.



Totenversorgung Bestattung
Die hygienische Totenversorgung – Für einen würdevollen Abschied


Wenn die Totenversorgung über die hygienischen Prozeduren hinausgeht

Wenn der Verstorbene einen Unfall oder eine Gewalttat erlitten hat, sich die Hautfarbe verändert hat (z.B. durch Hämatome oder eine Lebererkrankung) oder eine außergewöhnlich schnelle Verwesung eintritt, geht die Versorgung des Toten über die hygienischen Prozesse hinaus. In diesem Fall wird die Versorgung von einem Thanatopraktiker vorgenommen. 

Bei der thanatopraktischen Versorgung wird nicht nur der Körper des Verstorbenen gewaschen und versorgt, sondern auch kosmetisch behandelt und optisch wiederhergestellt, um den Verstorbenen den Angehörigen würdig zu präsentieren.



Für eine  pietätvolle Abschiednahme am offenen Sarg

Oftmals werden bei einer thanotologischen Behandlung dem Körper konservierende Flüssigkeiten injiziert. Auf diese Weise kann der Körper zeitweise haltbar gemacht und das natürliche Erscheinungsbild des Leichnams wiederhergestellt werden, sodass eine pietätvolle Abschiednahme am offenen Sarg möglich ist und Hinterbliebene den Verstorbenen in guter Erinnerung behalten können.

Hierbei werden unter anderem das Blut und die inneren Organe „gereinigt“, um den natürlichen Verwesungsprozess zu verlangsamen und die typische Geruchsbildung aufzuhalten. Auch spezielle Kosmetik und die Rekonstruierung fehlender Körperteile zählen zu den Aufgaben eines Thanatologen.

Übrigens: Die moderne Thanatopraxie hat ihren Ursprung im Einbalsamieren. Der Prozess des Einbalsamierers war besonders im Alten Ägypten eine gängige Praxis. 

Sie haben Fragen zur hygienischen Totenversorgung?

Gerne sind für Sie da und beantworten Ihre Fragen zum Thema.

Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch: 07249 / 3874055

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